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Telefoninstalation

         

Analoge Anschlüsse selber installieren

Für Analogwandler oder eine (teilweise) analoge TK-Anlage zum Ausbau eines Analognetzes. Die Leitungen kommen bei einem Hausanschluss am so genannten Abschlusspunkt des allgemeinen Leitungsnetzes, kurz APL, anund werden als La und Lb bezeichnet. Diese beiden Leitungen verbinden den privaten  Telefonanschluss mit dem Netz der Deutschen Telekom - bei analogem und bei ISDN Anschluss gleichermaßen. Für die analoge „Welt“ hinter einem ISDN-Analogwandler kann man den Analogwandler als APL für die einzelnen Nummern (a/b-Ausgänge) betrachten. Von der APL-Dose aus geht es 2-adrig weiter zur primären Telefondose, an die Endgeräte angesteckt werden können. (An dieser Dose steckt man bei Umrüstung auf ISDN übrigens den NTBA an. Gegebenenfalls existierende weitere Dosen sind dann tot.)

Abb. 1: Schaltbild für einen Hausanschluss mit zwei analogen Nummern

Auch wenn es eine Konvention gibt, die besagt, welche Adernfarbe bzw. -kennung für welche Ader zuständig ist, kann man sich in der Praxis nicht darauf verlassen (vgl. Abbildung 3) Die tatsächliche Belegung lässt sich am besten eindeutig über eine einfache Gleichspannungsmessung herausfinden.

Zwischen La und Lb herrscht im Ruhezustand (kein Endgerät aktiv) eine Gleichspannung von etwa 60 V, wobei der Pluspol mit Lb übereinstimmt und geerdet ist.

Eine Verpolung ist zwar nicht weiter schlimm, da die meisten Endgeräte auch bei umgekehrter Polung noch anstandslos ihren Dienst verrichten. Dennoch gibt es vier gute Grün de, die richtige Polung einzuhalten :

  • Die Richtlinien der Deutschen Telekom für den Anschluss von Endgeräten sehen es so vor (rechtlicher Grund).
  • Der Passive Prüfabschluss oder PPA (vgl. Abbildung 2), der der Deutschen Telekom eine Überprüfung der Leitung durch Strommessung nach Umpolung ermöglicht, ist bei Verpolung falsch geschaltet. Er zieht dann ständig Strom — zwar nicht viel, aber immerhin.
  • Die Schaltkontakte von Endgeräten sind so ausgelegt, dass eine gewisse (in der Physik begründete) Materialwanderung von der Plus- zur Minusseite durch Funkenbildung einkalkuliert ist — mit Plus beaufschlagte Kontaktzungen sind daher massiver ausgeführt. Bei vertauschter Polung ist somit der Verschleiß des Minuskontakts höher, und es kommt auf lange Sicht schneller zu Locheinbrennungen oder Kontaktverschmelzungen (technischer Grund).
  • Manche Endgeräte, die ihre Spannungsversorgung direkt über La und Lb beziehen, funktionieren bei falscher Polung nicht. (Es kann sich lohnen, dieser Hypothese nach zugehen, wenn ein Endgerät, das an einer anderen Dose problemlos funktioniert hat, plötzlich seinen Dienst versagt.) Eine Zerstörung durch falsche Polung ist im Allgemeinen nicht zu befürchten.

    Passiver Prüfabschluss (PPA)

    Ein etwas sonderliches Bauelement, das sich in vielen (lange jedoch nicht in allen) primären Telefondosen findet, ist der passive Prt4fabschluss kurz PPA (Abbildungen 1 und 2). Der PPA hat die alleinige Funktion, der Deutschen Telekom im Störungsfall das Durchmessen der Leitung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck kehrt der Techniker in der Vermittlungsstelle die Polung für La und Lb um und misst dann den Stromfluss über die Diode und den Widerstand. Bei richtiger Polung sperrt die Diode, es kann kein Strom fließen, und der PPA verhält sich absolut passiv. Fehlt der PPA, hat das keinerlei Einfluss auf die Funktion des Telefonanschlusses — einzig potenzielle Prüfungen sind nicht möglich. Selbst bei irrtümlich vertauschter Polung von La und Lb führt ein angeschlossener PPA zu keinerlei Beeinträchtigungen oder gar Störungen - ja, auch der Telekomtechniker kann die Leitung noch messen, nun eben ohne Vertauschung der Polung.

Abb. 2: Der Passive Prüfabschluss (PPA) ermöglicht der Telekom die Leitungsprüfung durch Strommessung nach Umpolung.

Welches Kabel ist das richtige?

Für Hausanschlüsse verlegt die Deutsche Telekom ab dem APL standardmäßig 4-adrige Kabel (Sternvierer), wobei die Adern eine massive Kupferseele mit einen Durchmesser von 0,6 — 0,8 mm haben und miteinander verdrillt sind. Da für einen Analoganschluss — ebenso wie für einen ISDN-Anschluss (zwischen APL und primärer Dose, also vor dem NTBA) — nur zwei Adern benötigt werden, kann man so vom Prinzip her zwei Analoganschlüsse, einen ISDN-Anschluss und einen Analoganschluss oder gar zwei ISDN Anschlüsse aufschalten, ohne dass an der bestehenden Leitungsinstallation etwas verändert werden muss. Abbildung 3 zeigt die übliche Belegung für die verschiedenen Adernkennung -Vorsicht, die Belegung kann im Einzelfall aber auch anders sein! Für farblich unterschiedene Adern gibt es keine nennenswerte Konventionen.

Abb.3: Ringkodierung der Adern im Telefonkabel der Telekom

Im Zusammenhang mit der Anmeldung eines ISDN-Anschlusses und/oder der Inbetriebnahme einer TK-Anlage, aber auch bei sonstigen Erweiterungen oder Umbauten des Haustelefonnetzes ist jedoch häufig eine Änderung der bestehenden Installation unvermeidbar. War eine einzelne Dose im Hausflur für einen Analoganschluss noch tragbar, bringt ein ISDN-Anschluss gleich ein ganzes Sammelsurium an Gerätschaften und Kabelagen nach sich - angefangen von einer Steckdose, die nicht immer in unmittelbarer Nähe der Telefondose zu finden ist, über den NTBA bis hin zum Analogwandler oder einer TK Anlage und den entsprechenden Netzgeräten. Änderungen an einem Analoganschluss sollten auf jeden Fall mit Blick auf einen (späteren) Umstieg auf ISDN gemacht werden. Das Kabel spielt dabei eine wichtige Rolle. Während für einen Analoganschluss, mit dem nur telefoniert wird, vom Prinzip her „alles verwendet werden kann, was mindestens zwei getrennte Adern hat“, sind bereits beim Betrieb eines Modems oder Faxgeräts Schwierigkeiten zu erwarten, wenn das Kabel nicht datentauglich ist. Datentaugliche Kabel haben paarig verdrillte Adern (twisted pair) und meist auch eine Abschirmung aus Alu-Folie oder zumindest in Form eines so genannten Beidrahts. Da Analog- und ISDN-taugliches Telefonkabel nicht teuer ist, sollte man hier keine Kompromisse eingehen. Wie Sie sich wahrscheinlich denken können, gibt es für Telefonkabel eine eigene DIN VDE-Vorschrift. Was Sie aber vielleicht nicht wussten: Es handelt sich hier um die Vorschrift mit der berühmten Nummer VDE 0815, die ihren Weg in unseren Sprachgebrauch gefunden hat. Die Vorschrift besagt im Wesentlichen, wie ein „Kabel zur Nachrichten und Signalubertragung im NF-Bereich für die feste Verlegung in trockenen und feuchten Betriebsstätten in und unter Unterputz und im Freien“ gebaut sein muss, damit es die entsprechenden Frequenzbereiche gut überträgt und störstrahlungssicher ist.

TAE-Dosen

Das übliche Anschlussmedium für analoge Endgeräte ist die TAE-Dose (Telekommunikations-Anschluss-Einheit). Im Zusammenhang mit TK-Anlagen findet man zwar auch die amerikanischen Western-Dosen, dieser Fall ist aber recht selten. Wie die Abbildungen 4 bis 6 zeigen, gibt es die TAE-Dose in verschiedenen Ausführungen- für die Unter- und Aufputzmontage gleichermaßen. Neben den üblichen Ausführungen als F-, NFN und NFF-Dose sind vereinzelt auch NF-Dosen oder gar FF-Dosen zu finden. Die Beschaltung ist dann sinngemäß wie bei der NFF- und der NFN-Dose.

Abb.4: Aufbau und Schaltung einer TAE-NFN-Dose zum Anschluss eines Telefons sowie zweier N-kodierter Endgeräte (Fax, Anrufbeantworter, Modem)

Abb.5: Aufbau und Schaltung einer TAE-NFF-Dose, die den Anschluss zweier Telefone mit unterschiedlicher Nummer ermöglicht.

Achtung: Vermeiden Sie eine Parallelführung von 230V- Kabeln und Telefonkabeln über längere Strecken, um eine Brummeinstreuung zu vermeiden.Halten Sie zumindest einen Abstand von einigen Zentimetern zwischen Telefon und Stromleitungen. Auch ist eine strikte galvanische Trennung der beiden Leitungsnetze auf jeden Fall einzuhalten.

Abb.6: Beschaltung einer NFF-Dose, um zwei Telefone für eine Nummer verwenden zu können - links Parallelschaltung (ermöglicht Dreierkonferenz)  rechts Serienschaltung (abhörsicher).

TAE-Stecker

Der TAE-Stecker ist für den dosenseitigen Anschluss von Endgeräten zuständig:

·        In der 4- oder 6-poligen Ausführung TAE-N passt der Stecker in N-kodierte Buchsen von TAE-Dosen und dient dann dem Anschluss von Nebengeräten (Modem, Fax oder Anrufbeantworter; vgl. Abbildung 1).

·        In der 4-poligen Ausführung TAE-F passt der Stecker in F-kodierte Buchsen von TAE-Dosen und dient dann dem Anschluss von Telefonen (vgl. Abbildung 7 zweite von links).

·        In der 2-poligen Ausführung TAE-F mit verbreitertem Rücken passt der Stecker in F kodierte Buchsen von TAE-Dosen und dient dann ausschließlich dem Anschluss eines NTBA an dem für ISDN umgestellten Telefonanschluss. Der verbreiterte Rücken verhindert den gleichzeitigen Anschluss von Nebengeräten. Abbildung 9 zeigt das Verbindungsschema und die Steckerbelegungen in einem Anschlusskabel für den NTBA.

Abb.7 Belegung von TAE (links) und Westernsteckern (rechts)

Abb.8 Verbindungskabel mit TAE und Westernstecker

Abb.9: Verbindungskabel für Anschluss des NTBA (ISDN)

Western-Stecker (RJ1 1)

Den Western-Stecker gibt es in zwei Ausführungen:

In der 4-poligen Ausführung ist er regulär auf beiden Seiten des Höreranschlusskabels von Telefonen sowie zuweilen auch als Anschlussstecker für Importgeräte zu finden - wo er einen TAE-Adapter, die nachträgliche Montage eines TAE-Steckers oder schlicht den Austausch des Kabels erforderlich macht (vgl. Abbildung 7, mitte).

In der 6-poligen Ausführung findet man den Western-Stecker heute standardmäßig bei Anschlusskabeln für Endgeräte, wo er für den geräteseitigen Anschluss zuständig ist. Der dosenseitige Anschluss ist dann als TAE-Stecker ausgeführt. Abbildung 8 zeigt die „üblichen“ Verbindungsschemata zwischen Western- und TAE-Steckern. Soweit die graue Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus, insbesondere wenn es um den Anschluss fernöstlicher oder sonstiger Importgeräte geht. Die bei der Beschaffung des Geräts eingesparten paar Euro müssen dann schnell in passende -oder schlimmer noch, nur vermeintlich passende - Adapter investiert werden. Meiner Erfahrung nach ist es bei Geräten, für die sich partout kein Anschlussstecker oder -kabel finden lässt, meist das beste, an das mitgelieferte Kabel rigoros einen TAE-Stecker zu montieren. Die Steckerbelegung kann man per Versuch und Irrtum ermitteln; in manchen Fällen lässt sich die Belegung auch schlicht ausmessen, wenn ein Messgerät zur Verfügung steht. Für die Inbetriebnahme reicht es im Allgemeinen, wenn das Gerat La und Lb in beliebiger Polung zusehen bekommt. Um Durchschleifungen kann man sich später kümmern. Ist zwar ein TAE-Stecker vorhanden, die Kontaktierung aber falsch, können Sie den TAE-Stecker entsprechend dem nachfolgenden Tipp umkontaktieren.

Analoge Faxgeräte, Anrufbeantworter und Modems schleifen La und Lb per Relais standardmäßig durch, wenn sie nicht gerade selbst eine Verbindung mit dem „Amt“ haben. Falls das nicht geschieht, ist meist eine falsche Steckerbelegung Ursache des Übels!

Das ist notwendig, denn sonst könnte man keine weiteren Endgeräte an der gleichen oder einer nachgeschalteten TAE-Dose betreiben. Manche Geräte mit integrierter Faxweiche „hören sogar mit“ und übernehmen das „Gespräch“ gegebenenfalls, wenn sie den Pilotton für eine Faxverbindung erkennen. Auch Modems schleifen La und Lb gewöhnlich durch, wenn sie nicht Betrieb sind. Es gibt aber auch Geräte, die sich mit einer 2-adrigen Verbindung „begnügen“ - in diesem Fall müssen Sie auf den Parallelbetrieb ausweichen, indem Sie eine geeignete Überbrückung der Kontakte 1 und 6 sowie 2 und 5 an der TAE-Dose vornehmen (vgl. sinngemäß auch Abbildung 6, links).

Telefonanlagen

Eine wesentlich elegantere Methode, mehrere Telefone an einem oder mehreren Telefon anschlüssen zu betreiben, ist der Einsatz einer Telefonanlage (TK-Anlage) bzw. Neben stellenanlage anstelle der passiven TAE-Schaltung. Sie unterteilt das Telefonnetz des Teilnehmers vermittlungstechnisch in einen internen und einen externen Bereich. Je nach Auslegung der Anlage stellt sie zwei oder mehrere interne Nummern in Form separater alb-Kanäle bereit und ermöglicht auch die interne und externe Vermittlung zwischen die sen Nummern. Größere Anlagen kommen auch mit mehreren externen Nummern zurecht.

Abb. 10: Anschluss einer analogen TK-Anlage mit externen und internen Nummern

Im Zeitalter der Computerisierung haben sich moderne Nebenstellenanlagen zu wahrhaften Leistungs-Monstern entwickelt, deren vollständige Programmierung nicht nur gewisse Kenntnisse im Umgang mit Computern und einen scharfen Verstand erfordert, sondern auch ein ausführliches Studium des Leistungsumfangs. voraussetzt. Rein analoge TK-Anlagen wird man heute nicht mehr neu kaufen. Der Umstieg auf ISDN in Kombination mit einer digitalen TK-Anlage oder einem einfachen Analogadapter, der bereits viele der Eigenschaften einer klassischen Nebenstellenanlage unter sich vereint, ist sicherlich preisgünstiger und natürlich auch zukunftsweisender — nicht zuletzt deshalb, weil ein ISDN-Anschluss mindestens drei externe Nummern mitbringt.

TK-Anlagen anschließen

Die Beschaltung einer rein analogen oder teilanalogen ISDN-TK-Anlage ist nicht weiter schwierig. Neben der unvermeidlichen Stromversorgung gibt es einen Eingang, der entweder per ISDN-Kabel oder - im rein analogen Fall - über ein oder mehrere analoge La/Lb- Adernpaare versorgt wird. Auf der Ausgangsseite findet man mehrere a/b- Anschlüsse (auch a/b-Ports genannt), die entweder gleich als TAE-Buchsen ausgeführt sind oder entsprechende Schraubklemmen für den Anschluss von TAE-Dosen über festinstallierte Telefonleitungen vorsehen. Jedem a/b-Paar ist eine interne Nummer zugeordnet. Die Belegung mit externen Nummern unterliegt der freien Zuordnung. ISDN-TK-Anlagen mit analogen Ausgänge können auch zwischen ISDN und analog vermitteln und besitzen daher einen oder mehrere ISDN-Ausgänge, die vollständige So-Busse verkörpern und jeweils den Anschluss von bis zu vier ISDN-Telefone ermöglichen.

Abb. 11: Anschluss eines Analogwandlers für zwei analoge Nummern

Abb.12: Anschluss einer teilanalogen ISDN- TK-Anlage mit Türsprechfunktion

Rufnummern

Damit die Vermittlung auch funktioniert, müssen Sie dem Analogwandler „sagen“, welcher a/b-Kanal auf welche Nummer hören soll. In der Praxis können Sie einem analogen a/b-Kanal auch mehrere eingehende Nummern sowie eine ausgehende Nummer zuordnen. Es versteht sich, dass dabei nur solche Nummern zur Verfügung stehen, die im MSN Nummernpaket (Multiple Subscriber Number, zu deutsch: Mehrfachrufnummer) des ISDN-Anschlusses enthalten sind.

Ein an einem a/b-Kanal eines Analogwandlers angeschlossenes Endgerät kann für eingehende Gespräche auf mehrere Rufnummern programmiert werden — für ausgehende Gespräche verständlicherweise nur auf eine. (Je nach interner Logik des Analogadapters ist oft nicht einmal verlangt, dass die ausgehende Nummer unter den eingehenden zu finden ist.) Die ausgehende Nummer hat erstens den Zweck, dass die Deutsche Telekom Gespräche über den jeweiligen a/b-Kanal für die Abrechnung der gewünschten Nummer zuordnen kann und zweitens, dass der Angerufene sehen kann, wer ihn anruft (dieses „Merkmal“ ist Teil des Leistungsumfangs von ISDN und lässt sich auch einmalig oder dauerhaft ausschalten). Falls für einen a/b-Kanal keine ausgehende Nummer programmiert ist, meldet sich der Kanal bei der Telekom und beim Angerufenen übrigens mit der Hauptnummer, auf die der ISDN-Anschluss läuft.

Achtung

Bei Stromausfall kann man im Gegensatz zum traditionellen Analoganschluss über einen Analogwandler nicht mehr telefonieren. Um über den ISDN-Anschluss telefonieren zu können, benötigt man ein Telefon, das für den Notbetrieb beeignet ist.

T-DSL

Unter dem Sammelbegriff T-DSL verkauft die Deutsche Telekom zwei Produkte: T ISDN DSL und T-Net-DSL. Beide Produkte kombinieren die neue ADSL-Technik (Asymmetrical Digital Subscriber Line) mit einem herkömmlichen Telefonsystem. Der Unterschied zwischen diesen Produkten ist der vorhandene Anschluss: T-ISDN-DSL setzt auf einen ISDN-Anschluss auf, T-Net-DSL dagegen auf einen herkömmlichen Analoganschluss. Mit anderen Worten, man muss nicht unbedingt ISDN-Kunde sein, um DSL nutzen zu können.

 Was braucht man für T-DSL?

Ein neuer ADSL-Kunde fängt sich zur Zeit noch zwei weitere Kästchen ein: einen so genannten Splitter und ein ADSL-Modem Kombigeräte sind aber zu erwarten. Da ADSL ein anderes Frequenzband nutzt als ISDN bzw. die analoge Sprach- und Datenübertragung, kann man gleichzeitig telefonieren und per ADSL Daten übertragen. Abbildung 13 zeigt, welche Komponenten bei einem T-DSL-Anschluss zusammenspielen.

Splitter (BBAE)

Aufgabe des im Telefondeutsch auch BBAE (Breitband-Anschluss-Einheit)  genannten Splitters ist es, die Frequenzbänder für das herkömmliche Telefonsystem (analog oder ISDN) und für ADSL in getrennte Bahnen zu lenken.

 

Abb. 13: Netzausbau für T-DSL

Sie können die verschiedenen Verbindungen wahlweise auch klemmen, indem Sie den Frontdeckel abschrauben und sich an den eindeutigen Beschriftungen orientieren. Falls Sie beabsichtigen, den Splitter ohne Umweg über die primäre TAE-Dose direkt an den APL anzuschließen, müssen Sie darauf achten, dass Sie den PPA-Stecker (vgl. den Abschnitt „Passiver Prüfabschluss (PPA)“ Abbildung 2 ) des Splitters entsprechend umsetzen, um der Telekom weiterhin das Messen der Leitung zu ermöglichen. Der Weg ins Internet ist etwas steiniger, sofern man ihn — was ja wohl „das Ziel der ganzen Übung“ ist - über den anderen Ausgang des Splitters nimmt. (Die Möglichkeit, eine ISDN-Karte oder ein analoges Modem über das Telefonsystem zu betreiben, geht selbst verständlich nicht verloren.) Obwohl das Signal an diesem Ausgang nach wie vor über zwei Adern geführt wird, findet sich hier — welch Luxus - eine 8-polige RJ-45-Buchse (vgl. Abbildung 10.3), über die eine Verbindung zum ADSL-Modem geschaffen wird. (Falls das mitgelieferte Kabel zu kurz ist, können Sie auch anstelle teuerer RJ-45- Verlängerungskabel das standardmäßige Installationskabel per Klemmverbindung verlegen.

Abb. 14: Die Steckerbelegungen für die BBAE- und 10BaseT-Schnittstelle sind so gewählt, dass auch bei falschem Zusammenstecken nichts passieren kann.

ADSL-Modem (NTBBA)

Aufgabe des ADSL-Modems ist es, das ADSL-Signal in Datenpakete für die Übertragung zum PC sowie umgekehrt aufzubereiten. Hinter dem Akronym NTBBA steckt der Name Netzwerkterminationspunkt Breitband Anschlusseinheit. Das Modem ist wie Splitter und NTBA eine echte Blackbox, in die ein Kabel hinein und eines wieder heraus führt (vgl.Abbildung 14). Im Gegensatz zu den NTBA und den Splitter verrät das Gerät über seine drei LEDs aber etwas mehr über seinen Zustand. Die Bedeutung der Leds ist in der Tabelle aufgeführt.

Tabelle: Bedeutung der LEDs am ADSL-Modem

LED Bedeutung
Ein/Power

grün = Gerät eingeschaltet und bereit

blinkt = selsbsttest des Geräts hat Hard- oder Softwarefehler entdeckt

aus = Gerät hat keine Betriebsspannung, nicht eingeschaltet

Sync

grün = Träger erkannt, Rahmensynchronisation vorhanden

rot = Träger (LOS) oder Rahmensynchronisation (LOF) verloren, ADSL-Fehler

blinkt = Träger wird gesucht (Trainingsprozedur)

10BaseT

grün = Schnittstelle bereit

aus = Verlust von Signal (LOS) oder Synchronisation

Ethernet-Karte

Die letzten Meter vom ADSL-Modem zum PC werden per Ethernet-Verbindung mit der Geschwindigkeit von 10 MBit/s zurückgelegt. Das hat den Vorteil, dass man für diese Verbindung aufseiten des PCs handelsübliche (Uralt-)Netzwerkkarten mit 10BaseT-Anschluss (RJ45-Stecker) verwenden kann. Für Ethernet-Karten mit anderen Anschlüssen gibt es zwar Adapter, doch angesichts der spottenden Preise für diese bereits überholte Technologie lohnt der Aufwand kaum. Als Übertragungsprotokoll zwischen dem Nutzer und dem Backbone der Telekom wird PPPoE (PPP-over-Ethernet, RFC 2516) genutzt. Wie der Name schon sagt, ist PPPoE eine Technik, PPP auf dem Medium Ethernet statt auf einer analogen Modemverbindung oder einer ISDN-Datenverbindung zu nutzen. Dummerweise gehört PPPoE nicht zur Standard-Ausstattung üblicher Betriebssysteme, sodass man hier zunächst einmal auf Software des Anbieters angewiesen ist. Wer nun darauf spekuliert, das ADSL-Modem ohne weiteren Aufwand in ein bestehendes 10-BaseT-Netzwerk via Hub (,‚Zentrum“ eines in Sterntopologie geschalteten Netzwerks) integrieren zu können, hat leider Pech gehabt. Hierfür ist in jedem Fall ein so genannter Router erforderlich, der entweder als weiteres Hardware-Kästchen (mit der Funktionalität eines Hub) für gutes Geld hinzu gekauft oder in einem mit noch einer zweiten Netzwerk- karte für die eigentliche Netzwerkanbindung bestückten PC per Software emuliert wird.